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Lehrer im Interview: Agnes Krellner

von Friederike und Antonia

Neben vielen neuen Lehrerinnen und Lehrern gibt es auch Lehrkräfte, die bereits länger an der Freien Evangelischen Schule  unterrichten. Zu diesen gehört auch die Kunstlehrerin Agnes Krellner. Sie möchten wir in diesem Interview näher vorstellen. Natürlich sind wir auch gespannt, wie Frau Krellner sich zur Erweiterung des Schulcampus äußert.

Das ist Frau Krellner

Hallo, mein Name ist Agnes Krellner. Ich bin schon ziemlich lange Lehrerin an der FES. Lasst mich kurz überlegen: Ich bin seit 2003 dabei und unterrichte das Fach Kunst in den Klassen eins bis zehn.

1. Warum haben Sie sich damals bei der FES beworben? Und wie sind Sie eigentlich zur FES gekommen?

Frau Krellner: Ursprünglich hat mir eine Freundin gesagt, dass an der FES Lehrer und Lehrerinnen gesucht werden. Zunächst habe ich nur ein paar Stunden an der Grundschule im Fach Englisch unterrichtet. Nach und nach sind die Stunden dann immer mehr geworden. Heute unterrichte ich ausschließlich Kunst, dafür aber an Grund- und Oberschule.

2. Was gefällt Ihnen an der FES besonders gut? Was ist das Besondere in Ihren Augen?

Frau Krellner: Das Besondere sind vor allem die Menschen, die hier ein- und ausgehen. Damit meine ich nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Schüler. Ich finde es sehr schön, dass wir versuchen alle Kinder an der FES aufzunehmen, egal, wie diese gestellt sind.

Bevor ich an die Freie Evangelische Schule kam, hätte ich nicht gedacht, dass es funktioniert, Grund- und Oberschule in einem Haus zu haben. Auch dass wir Kinder mit verschiedenen Beeinträchtigungen aufnehmen und Ihnen die Chance auf einen normalen Schulalltag bieten, finde ich toll. Ich finde, dass das Team und die Schüler hier alle an einem Strang ziehen und gemeinsam ein gutes Klima schaffen.

3. Was wünschen Sie sich für die Zukunft der FES?

Frau Krellner: Ich wünsche mir für die FES, dass wir nicht stehen bleiben und uns neue Möglichkeiten eröffnen. Auch sollten wir weiterhin offen sein für Menschen, die andere Ideen haben. Mittlerweile haben wir ein internationales Lehrerkollegium. Ich würde mir wünschen, dass auch Schülerinnen und Schüler aus anderen Ländern die Chance bekommen, an der FES lernen zu können. Denn da gibt es momentan noch nicht so viele bei uns.

Großartig fände ich, wenn wir neue Dinge ausprobieren und auf die Gesellschaft reagieren. Außerdem wünsche ich mir, dass wir weiterhin das Kind beziehungsweise den Jugendlichen im Vordergrund sehen.

4. Was hat Sie dazu bewogen, Lehrerin zu werden und wie sind Sie zu ihrem Fach gekommen, das Sie jetzt unterrichten?

Frau Krellner: Ich wollte eigentlich gar nicht studieren. Ich habe dann das Lehrerstudium mit der Wiedervereinigung von Deutschland begonnen. Mein Ergotherapie-Studium musste ich zu diesem Zeitpunkt abbrechen, weil die Ausbildungsart so nicht mehr möglich war.

Ich habe dann etwas gesucht, was mir Freude macht. Da ich selbst ein Instrument spiele, habe ich mich zunächst für das Musikstudium beworben und auch die Aufnahmeprüfung geschafft. Da ich gerne Englisch spreche, habe ich dieses Fach dazu genommen. Später kam dann Kunsterziehung noch dazu.

Eigentlich habe ich nicht wirklich daran gedacht, Lehrerin zu werden. Ich habe die Fächer studiert, weil sie mir Freude machen. Letzen Endes bin ich jetzt aber froh, dass es dann doch in die Lehrerrichtung gegangen ist.

5. Wie würden Sie Ihren Unterrichtsstil beschreiben?

Frau Krellner: Den eigenen Unterrichtstil selber zu beschreiben, ist schwer. Ich liebe das Wort „Schwellendidaktik“. Das heißt, wenn man sich auf der Schwelle überlegt, was man tut. Es bedeutet aber nicht, dass man unvorbereitet in den Unterricht geht. Ich schaue auf die Schüler und Jugendlichen, was gerade bei denen thementechnisch so dran ist und was im Fach Kunst gut geht.

Im Laufe der Jahre habe ich mir viele Methoden und Wissen angeeignet, um dann auf die speziellen Gegebenheiten reagieren zu können. Ich hoffe, dass mein Unterricht frei ist, aber nicht beliebig. Bei mir steht im Vordergrund, dass die Schülerinnen und Schüler kreativ sind und sich auf sich selbst konzentrieren können und so auch Wissen erlangen.

6. Wie gehen Sie mit unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten und Stilen in Ihrer Klasse um?

Frau Krellner: Ich denke, gerade im Fach Kunst sind die Geschwindigkeiten sehr unterschiedlich. Das ist aber gar nicht schlimm. Wichtig ist es, dass ich gut einschätzen kann, ob jemand an einem Thema dran ist, viele Dinge ausprobiert und kann so auch gut auf jemanden warten, der sorgfältig und intensiv an einer Arbeit dran ist. Ich merke aber auch, wenn jemand nicht mitmacht oder sich ausruht. Denn in Kunst ist man eigentlich nie fertig.

7. Haben Sie bestimmte Erwartungen an Ihre Schüler bezüglich Hausaufgaben und der Mitarbeit im Unterricht?

Frau Krellner: Kreative Pausen sollten erlaubt sein, wenn sie nicht zu lang sind. Jeder braucht es, auch mal runterzukommen. Während der Coronazeit gab es ja die Meinung, dass Kunst, Musik und Theater gar nicht so wichtig sind. Ich finde dies aber nicht. Diese Bereiche sind ein Pendant zur Technik, Gesellschaft und dem Alltag und mindestens genauso notwendig.

8. Wie interagieren Sie mit moderner Technologie in Ihrem Unterricht?

Frau Krellner: Der technische Aspekt erleichtert tatsächlich viele Dinge in meinem Unterricht. Ich kann viele Dinge über „It’s Learing“ oder das Padlet (digitale Pinnwand) zusammenstellen. Dadurch kann ich es immer wieder evaluieren. Die Strukturen helfen sowohl mir als auch den Schülern. Ich empfinde die Technik daher nicht als zusätzliche Belastung, sondern als Strukturhilfe. Es ist auch eine Möglichkeit, auf einer anderen Ebene Zugang zu den Schülern zu bekommen.

Gar nicht leiden kann ich, wenn ich früh ins Zimmer komme und der Beamer ist schwarz oder das Internet ist ausgefallen. Leider kommt das hin und wieder so. Aber ich habe immer einen Plan B und die Möglichkeiten unplugged, ohne die Technik, zu arbeiten.

9. Was sind denn Ihre Pläne für die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Eltern?

Frau Krellner: Ich habe parallel zu meiner Ausbildung als Lehrerin die Ausbildung zur systemischen Kunsttherapeutin gemacht. Die Schülerinnen und Schüler betrachte ich nicht als Einzelperson, sondern immer im Zusammenhang mit Ihrer Umwelt, den Lehrern und den Eltern. Es ist daher schön, auch mit den Eltern zusammenzuarbeiten.

10. Haben Sie bestimmte Projekte, AGs, GTAs oder außerschulische Aktivitäten, die Sie in diesem Schuljahr planen?

Frau Krellner: Wir arbeiten seit diesem Schuljahr in der Oberschule mit den fünften Klassen mit dem FreiDay. Da gibt es Schüler, die sich eine Kreativ-AG wünschen. Ich freue mich sehr darauf und bin gespannt, welche Ideen die Schülerinnen und Schüler haben beziehungsweise, wie ich bei der Umsetzung helfen kann.

11. Was tun Sie, wenn ein Schüler Schwierigkeiten im Unterricht hat?

Frau Krellner: Ich ermutige ihn, helfe ihm, ich lasse ihn ausprobieren, lasse ihn auch mal scheitern und von vorn beginnen. Fehler gehören dazu. Die Kinder sind an der FES um besser zu werden.

12. Was sind Ihre Tipps für Schüler, die in Ihrem Fach erfolgreich sein wollen?

Frau Krellner: Sie sollen nie aufgeben, sich immer ausprobieren, sollen offen und kreativ sein.

Wir bedanken uns herzlich für das ausführliche Interview.

 

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