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Literarische Inspiration in unserer Aula: Autorenlesung mit Johannes Herwig

von Franziska Baum

Am 16. April 2026 verwandelte sich unsere Aula in einen Ort des literarischen Austauschs. Wir freuten uns sehr, den Autor Johannes Herwig an der FES Dresden begrüßen zu dürfen. Die Veranstaltung, die maßgeblich durch Frau Kunz organisiert wurde, richtete sich an die neunten und zehnten Klassen. Dass es zu diesem Besuch kam, verdanken wir einer unkomplizierten direkten Kontaktaufnahme über die Webseite des Autors.

Diese Veranstaltung war für unsere Schulgemeinschaft besonders wertvoll. Während das Buch für die Zehntklässler bereits als prüfungsrelevante Pflichtlektüre auf dem Lehrplan steht, bot der Besuch für die Neuntklässler einen spannenden Ausblick auf das kommende Schuljahr.

Einblicke in den Schreibprozess und einen ungewöhnlichen Werdegang

Johannes Herwig gestaltete die Lesung sehr nahbar und lebendig. Dass er dabei so authentisch wirkte, liegt sicher auch an seinem facettenreichen Lebensweg: Der gebürtige Leipziger hat als Punk die Nachwendezeit erlebt, als Bauarbeiter gearbeitet und Soziologie sowie Psychologie studiert. Zudem war er viele Jahre selbstständig im Kulturbereich tätig und Mitbegründer der Filmgalerie Phase IV Dresden.

Diese vielfältigen Erfahrungen dienen ihm als unmittelbare Quelle der Inspiration für seine literarischen Werke. In der Lesung präsentierte er während der ersten 45 Minuten ausgewählte Schlüsselszenen seines Werkes "Bis die Sterne zittern". Dabei spürte man deutlich, wie viel Herzblut in diesem Roman steckt, der Themen wie die Nachwendezeit und persönliche Identitätsfindung behandelt.

Dialog zwischen Autor und Schülerschaft

Im Anschluss an die Lesung entspann sich ein angeregter Dialog. Unsere Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, Johannes Herwig detaillierte Fragen zu seinem Handwerk zu stellen. Besonders die Frage nach dem Schreibprozess und dem Umgang mit sprachlichen Stilmitteln stand im Fokus.

Ein humorvoller Höhepunkt war die Frage, ob der Autor auch im Alltag so in Metaphern denke. Herwig antwortete ehrlich, er sei dort eher auf "Autopilot" geschaltet; die bildhafte Sprache käme erst im gezielten Schreibprozess, um Szenen lebendig zu gestalten. Auch inhaltliche Fragen, etwa zum offenen Ende des Buches oder zu Einflüssen aus seinem
Privatleben, beantwortete er sehr ausführlich – wobei der Autor geschickt darauf achtete, den Neuntklässlern nicht zu viel vorwegzunehmen.

Gemeinsam lernen für die Zukunft

Für unsere Zehntklässler war diese Veranstaltung ein gelungener Abschluss ihrer intensiven Auseinandersetzung mit der Lektüre, kurz bevor die Prüfungszeit beginnt. Das persönliche Gespräch mit dem Autor hat die Pflichtlektüre noch einmal greifbarer gemacht und den Blick für die menschliche Komponente hinter dem Text geschärft.

Wir danken Johannes Herwig herzlich für seinen Besuch und den wertvollen Austausch. Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern viel Erfolg bei den kommenden Prüfungen und sind dankbar für diese gemeinsame Erfahrung, die unseren Schulalltag bereichert hat.

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