Die Freie Evangelische Schule (FES) Dresden durfte in der vergangenen Woche ein ganz besonderes Ereignis feiern: 49 Schülerinnen und Schüler des Ichtus College Veenendaal aus den Niederlanden waren bei uns zu Gast. Dieser Austausch bot unseren neunten Klassen eine wunderbare Gelegenheit, internationale Kontakte zu knüpfen und den Schulalltag durch wertvolle, neue Perspektiven zu bereichern.
Die Initiative für diese Begegnung entstand bereits im vergangenen Herbst, als Anneke Van Gent vom Ichtus College nach geeigneten Austauschpartnern suchte und mit Herrn Kunz, Schulleiter der FES Dresden, in Kontakt trat. Da das niederländische College mit 14 neunten Klassen überaus groß ist, haben wir uns dazu entschlossen, das Projekt zunächst in einem überschaubaren Rahmen mit unseren beiden neunten Klassen zu starten.
Intensive Vorbereitung und vielfältige Begegnungen
Um eine erfolgreiche gemeinsame Woche zu gewährleisten, fanden im Vorfeld umfangreiche Planungen statt, die von E-Mails und Videokonferenzen bis hin zu einem Vorbereitungsbesuch von drei niederländischen Lehrkräften im März reichten. Die Gäste, die während ihres Aufenthalts in einer Jugendherberge untergebracht waren, erlebten gemeinsam mit unseren Schülerinnen und Schülern ein abwechslungsreiches Programm. Neben Kennenlernspielen und einer umfassenden Stadtführung stand auch eine ausgedehnte Wanderung in der Sächsischen Schweiz auf dem Plan, bei der Rathen und die berühmte Bastei erkundet wurden.
Trotz der unterschiedlichen Muttersprachen funktionierte die Verständigung hervorragend, da sich die Jugendlichen überwiegend auf Englisch unterhielten. Dabei wurde unser schulisches Leitbild im Alltag deutlich sichtbar: Wir legen großen Wert auf ein Miteinander, das nicht ausschließlich auf Leistung ausgerichtet ist. Indem die Jugendlichen einander mit Offenheit und gegenseitiger Annahme begegnen, wird ein ganzheitliches Lernen ermöglicht. Es war bereichernd zu beobachten, wie im gemeinsamen Handeln anfängliche Hürden abgebaut wurden.
Gemeinsame Ergebnisse und gelebte Werte
Den Höhepunkt und gleichzeitigen Abschluss der Projektwoche bildeten zehn gemeinsame Präsentationen, die von den deutsch-niederländischen Teams eigenständig auf den iPads der FES-Schüler erarbeitet wurden. In diesen englischsprachigen Vorträgen, die vor unseren siebten Klassen gehalten wurden, reflektierten die Jugendlichen ihre Erlebnisse und stellten länderspezifische Traditionen in den Mittelpunkt. Diese Ergebnisse sind zugleich ein essenzieller Baustein für die Erasmus-Förderung der niederländischen Partnerschule.
In seinen verabschiedenden Worten, die vom niederländischen Deutschlehrer Guido Duizer übersetzt wurden, betonte Herr Kunz einen zentralen Gedanken unserer Einrichtung: "Nehmt einander an, wie Gott euch angenommen hat." Er drückte seine Freude darüber aus, wie wunderbar dieses Prinzip der gegenseitigen Annahme während der Projektwoche im Umgang miteinander bereits funktioniert hat, und sprach den Gästen zum Abschluss einen herzlichen Reisesegen für einen behüteten Heimweg aus.
Ein vielversprechender Ausblick für die Schulfamilie
Auch wenn die gemeinsame Zeit verhältnismäßig kurz war, sind bereits erste Freundschaften zwischen den Gruppen entstanden. Wir hoffen sehr, dass diese wertvollen Verbindungen über die Distanz hinweg gepflegt werden und weiter wachsen. Die Schulfamilie ist die Vision vom Leben in inklusiver Gemeinschaft, weshalb wir als Schule stets bestrebt sind, genau solche völkerverständigenden Begegnungen zu fördern.
Eine Auswertung des Austauschs findet in den kommenden Wochen statt. Für das nächste Jahr wird bereits über eine Ausweitung des Austauschs nachgedacht, die idealerweise einen Gegenbesuch in Veenendaal sowie die Unterbringung in familiären Gaststrukturen umfasst. Wir blicken dieser Entwicklung freudig entgegen.
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